Es gibt viel zu tun: Rassistische Demonstration am 03.10 in Pankow

Anscheinend versucht nicht nur die aktionsorientierte radikale Linke in Berlin alles, damit sich Aktivist_innen am dritten Oktober nach Berlin verirren, um hier zu demonstrieren, zu diskutieren und zu feiern. Mittlerweile gibt es auch aus dem rechten bis extrem rechten Lager Ambitionen, den symbolträchtigen Tag für sich zu nutzen.
Die rassistische „Interessensgemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger“ („ipahb“) plant1 am „Tag der deutschen Einheit“, der seit 1997 auch immer der „Tag der offenen Moschee“ ist, eine Demonstration unter dem Motto „Für Demokratie und Menschenrechte – gegen Rechts- und Linksextremismus sowie Islamismus!“. Anscheinend wollen sich hier wütende Nationalist_innen, die doch schon enttäuscht genug sind, dass ihr Staat auch nach Petitionen nicht den Bau der Moschee verhindert hat, ihren „Tag der deutschen Einheit“ nicht nehmen lassen.
Die Bürger-Initiative, die sich kulturalistischer und offen rassistischer Argumentationsmuster bedient2, sich nicht der Zusammenarbeit mit gewalttätigen Neonazis scheut und sich auch schon mal als Anti-Antifa versucht,3 propagiert hier wieder einmal die rassistische Ausgrenzung, die verkürzte „Religionskritik“ und die absolute Staatstreue. Die Abgrenzung zum Rechtsextremismus können wir nicht ernst nehmen. Wie aus den verlinkten Berichten hervorgeht, macht sich die „ipahb“ da noch weniger Mühe als zum Beispiel die rassistische „Bürgerbewegung ,Pro Köln‘“.
Wir rufen zu vielfältigen und kreativen Protesten gegen diese Demonstration auf.
In Köln könnt ihr und mehrere Berliner Bus-Besatzungen von Aktivist_innen am 20. September schon einmal üben, wie erfolgreiche Aktionen gegen solche Rassist_innen-Meetings aussehen können. Am 03. Oktober muss es dann heißen, erst der rassistischen Heinersdorfer Dorf- bzw. Volksgemeinschaft entgegenzutreten, um dann um 21 Uhr bei der Nachttanzdemonstration in Mitte nochmal richtig auf den Putz zu hauen!

Ihr seid das Volk – ihr seid der Feind!

Deutschland in den Rücken fallen! Kämpft mit uns gegen Staat, Nation und Kapital!

  1. „Richtig ist, dass die ipahb für den 03.10.2008 eine Demonstration plant. Das Motto dieser DEMO ist: „Für Demokratie und Menschenrechte – gegen Rechts- und Linksextremismus sowie Islamismus““ „ipahb“-Homepage am 09.09.2008 15:07 [zurück]
  2. Sowas führt zu sowas. [zurück]
  3. Es wurden dutzende Bilder von Antifaschist_innen, die gegen die „ipahb“ protestierten ins Netz gestellt [zurück]

1 Antwort auf “Es gibt viel zu tun: Rassistische Demonstration am 03.10 in Pankow”


  1. 1 Administrator 11. September 2008 um 14:26 Uhr

    Mit einem Interviewausschnitt sei nochmals die nationalistische Gesinnung der „ipahb“ illustriert:

    Die Ipahb kümmert sich nun auch um andere Sorgen der Heinersdorfer, aber am 3. Oktober will man wieder demonstrieren. Nicht gegen die Ahmadiyya-Moschee, sondern allgemein gegen Islamismus. Es sei nicht in Ordnung, dass die Moscheen in Berlin ausgerechnet am 3. Oktober ihren Tag der offenen Tür feiern, sagt Swietlik. „Das ist unser Nationalfeiertag. Den wollen die überlagern.

    (Hervorhebungen von uns)

    Joachim Swietlik, Vorsitzender der „ipahb“ http://www.tagesspiegel.de/berlin/Ahmadiyya-Moschee-Heinersdorf;art270,2589199">zum Tagesspiegel.

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